Unsere Geschichte

Im August 1861 gründeten in Großfahner 40 Mitglieder den Turnverein „GutsMuths“, welcher zugleich Mitglied im Thüringer Turnverband war.

Als 63 Jahre später der 1.Weltkrieg ausbrach, zogen 58 Vereinsmitglieder für ihr Vaterland in den Krieg. 5 Männer überlebten diesen nicht, 4 weitere erhielten das Eiserne Kreuz.

Zur ersten Generation der Fahnerschen Fußballer gehörten Kurt Schlöffel, Karl Ritter, Robert Heß, Karl Oswald, Paul Schlöffel, Karl Fiedler, Fritz Krause, Albert Herzog und Alfred Eidner. 

In den Jahren 1946/47 wurde von vielen freiwilligen Helfern ein neuer Sportplatz errichtet. Der Sportverein „Eintracht“ Großfahner wurde im Januar 1948 gegründet.

Mit der Fertigstellung des Sportplatzes 1948, wurde der reguläre Spielbetrieb in der II. Kreisklasse des Landkreises Gotha aufgenommen. Die Sportgemeinschaft bestand aus 3 Sektionen, Fußball, Turnen und Schach.

Bei der Vorstandswahl 1948 konnte sich Fritz Ritter als 1. Vorsitzender der Sportgemeinschaft gegen W. Schierschmidt und L. Wetzel durchsetzen. Zum technischen Leiter wurde Kurt Seifarth gewählt. Die Sektion Fußball leitete Walter Grimmer.
Mit dem Ende der 1. Saison erreichte man den Aufstieg in die 1.Kreisklasse.
1952 stand eine weitere Namensänderung bevor, aus der Eintracht wurde nun BSG „Traktor“ Großfahner.

1956 machte sich die Mannschaft um Egon Ernst, Herbert Starke und Reinhold Habermann unsterblich und feierte den 1. Pokalsieg der Vereinsgeschichte.

Zum Ende des Jahres 1972 hatte die BSG „Traktor“ Großfahner 57 Mitglieder, davon 20 unter 14 Jahre. Ende 1973 fand die BSG Wahlversammlung statt und es konnte in allen Belangen eine positive Bilanz gezogen werden. Die Mitgliederentwicklung von 1971 mit 16 Kegler bis Dezember 1973 99 Mitglieder, 6 Fußballmannschaften im aktiven Spielbetrieb davon 4 im Nachwuchsbereich. Für ihre gute Arbeit für den Verein wurden die Sportfreunde Georg Waitz, Manfred Büchner und Adalbert Habermann mit der Ehrennadel des DTSB ausgezeichnet.
Von 1972-1980 trainierte Georg Waitz die 1. Mannschaft. Großfahner wurde Staffelsieger der II. Kreisklasse und

der Aufstieg von der 2. in die 1. Kreisklasse war perfekt.

1981/82 wurde unsere Jugendmannschaft mit 24: 0 Punkten und 105: 6 Toren überlegen Staffelsieger. Aus diesem überragenden Jahrgang wurden mit Frank, Nawroth, Münzel, Seifert, Sorkale und Brotmeier sechs Spieler in die Landesauswahl Erfurt berufen.

Im Oktober 1983 wurde aus der BSG „Traktor“ Großfahner die BSG „Fahner Obst“. Ein Grund für die Umbenennung bestand darin eine höhere Qualität in der künftigen Arbeit auf sportlichem Gebiet zu erzielen und den Forderungen der 14. Tagung des DTSB der DDR, eine engere Verbindung zwischen den BSG`s und den Betrieben der Territorien zu erreichen.

1987 war im Objekt der sowjetischen Streitkräfte in der Fahner Höhe ein litauischer Auswahlspieler als Soldat stationiert. Nach Verhandlungen mit den Offizieren durfte er am Training und später am Spielbetrieb teilnehmen. Als Gegenleistung bauten die Fahnerschen Sportler eine Behelfssauna für die Offiziere dieses Waldobjektes. Die Freude über die Sauna währte nicht lange, denn sie brannte wenig später aus. Die Freude mit Roman Pocies, erfolgreich in der Bezirksklasse zu spielen, hielt länger. Nach der Wende weilte eine Großfahnersche Mannschaft zu einem Freundschaftsspiel in Klaipeda (Litauen). Über hundert Großfahnersche Fußballer spielten in der Saison1987/88 in sieben Mannschaften. Nach der Qualifikation der Schülermannschaft, spielten nun fünf Mannschaften im Bezirksmaßstab. Die I. Männermannschaft spielte mit Walschleben, Empor Erfurt, Alach, Empor Gotha, Tambach-Dietharz und Vorwärts Mühlhausen in der Bezirksklasse. Die Schülermannschaft spielte nach dem sie in der Saison 1986/87 Kreismeister waren, nun gegen die Schüler des FC Rot-Weiß Erfurt, Motor Weimar, Robotron Sömmerda, Rudisleben Apolda und Kölleda. Des Weiteren wurde nach umfangreichen Bau und Erweiterungsarbeiten 1989 das neue Stadion mit einem Sportfest eingeweiht.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands traten auch Veränderungen im Sport ein.
Im August 1990 fand im Sportlerheim die Vereinsgründung zum „TSV Großfahner 1862“ statt. In den Vorstand wurden die Sektionsleiter Adalbert Habermann und Hannelore Gewalt, als Kassierer Bernfried Ströhl und als technischer Leiter und Schriftführer Andreas Fleischmann gewählt.

1995 durfte der Aufstieg in die Landesklasse gefeiert werden, einen nicht geringen Anteil an diesem Erfolg hatten der Trainer Jochen Gabel und die erfahrenen Fußballer aus Erfurt, Jürgen Hildebrandt, Frank Hettstedt, Thomas Liebetrau, Burghardt Weber und Jörg Simon. Trainer Gabel war zu dieser Zeit mit seiner Mannschaft rundum zufrieden und glaubte mit dieser Mannschaft, sei die Landesklasse zu halten. In der TA vom 18. Juli 1995 schrieb Manfred Höhner. „Die Spieler wirbelten ihn nach dem Aufstiegstriumph gegen Weißensee freudestrahlend und dankbar durch die Luft, ihren Coach Achim Gabel. Wohl wissend wer der Vater ihres Erfolges ist. Alles in Butter? Mitnichten. Noch während der siegestrunkenen Aufstiegsfeier kam das Aus für den vor allem bei den Spielern geschätzten Trainer. Unverständlich verständlich die Argumentation der Vereinsleitung für diesen Schritt: das heutzutage allein selig machende Geld. Denn, so die TSV-Leitung, der neue sportliche Leiter Rüdiger Schnuphase – im Übrigen an der Situation völlig unschuldig – kostete den Verein infolge seiner Gothaer ABM-Stelle im Gegensatz zu Gabel keinen Pfennig und sei außerdem für die Ausbildung der gesamten Fußballabteilung zuständig.“ Aber auch der Ex-Coach wäre bereit gewesen ein Jahr auf alle Bezüge zu verzichten. Erfolglos.Am Ende der Saison stand der Abstieg.
Nach dem Abstieg führte der Spielertrainer Jürgen Hildebrandt für zwei Jahre die Geschicke der I. Mannschaft in der Bezirksliga. Mit dem plötzlichen Tod des Vereinspräsidenten Thomas Heinrich am 23. 02. 1998 kamen auf den Verein nicht nur organisatorische, sondern auch finanzielle Probleme zu.

In der Saison 1998/1999 holte man mit Trainer Dieter Seeling, in der Bezirksliga 19 Siege aus 30 Partien. Damit wurden 60 Punkte und am Ende der Saison der zweite Platz erreicht.
Eine Saison später 1999/2000 konnte die Seeling-Elf mit dem 8 Platz nicht so recht zufrieden sein. Er entsprach nicht dem Leistungsvermögen, so die Einschätzung von Andreas Fleischmann. Maßgeblich beteiligt am Ergebnis, im positiven Sinne waren Torwart Torsten Miethe und Libero Ringo Liebau, der als einziger Spieler alle 30 Partien bestritt. Nur 41 Treffer wurden erzielt, magerste Ausbeute überhaupt. Der Wechsel von Marco Schäfer nach Dachwig konnte nicht kompensiert werden. Am treffsichersten erwies sich Holger Weis mit 14 Toren. Der überragende Torhüter Torsten Miethe , der als Juniorenauswahltorwart von Rot Weiß Erfurt kam und von RWE Trainer Engel in Großfahner „geparkt“ wurde, wechselte zu St. Pauli und ist heute nach erfolgreichem Studium Zahnarzt in Eberswalde.

In die Saison 2001/2002 ging die I. Mannschaft des TSV 1862 Großfahner mit dem neuen Trainer Ralf Bauer und Co-Trainer Gunter Sachse an den Start. Die erste Halbserie verlief nicht erfolgreich, so dass nach der Winterpause der Spielbetrieb mit Rainer Trölitsch, als neuem Trainer fortgesetzt wurde. Am Ende der Saison sicherte sich der TSV mit einem an Dramatik nicht zu überbietendem Finale in Eisenach (1:0) den Klassenerhalt. Mit 39 Punkten belegte man den 11. Tabellenplatz der Bezirksliga.
Um sich auch finanzieller Sorgen zu entledigen fand am 23. Juni 2002 in Großfahner ein Spiel gegen Borussia Mönchengladbach statt. Der Bundesligist bereitete sich in Bad Blankenburg auf die neue Saison vor und kam auf Initiative der beiden Trainerkollegen Hans Meyer (Gladbach) und Rainer Trölitsch (Großfahner) zustande. Vor 1200 Zuschauern unterlag die Fahner Höhe Auswahl mit 1 : 10.

Die Saison 2002/2003 mit Trainer Rainer Trölitsch endete für den Verein nach nur 5 Siegen aus 30 Partien mit dem Abstieg aus der Bezirksliga.


Nach diesem sportlichen Desaster versuchte der Vereinsvorstand einen Neuanfang einzuleiten. Am 21. Mai 2003 wurde auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des TSV 1862 Großfahner e.V. beschlossen, den Verein zum 31. Mai 2003 aufzulösen, um mit der Abteilung Fußball des SV Blau–Weiß Dachwig/Döllstädt einen neuen gemeinnützigen Sportverein zu gründen. Der TSV Großfahner hatte zu dieser Zeit 63 Mitglieder, davon waren 37 anwesend. Für die Auflösung des Vereins stimmten 36 Mitglieder, ein Mitglied stimmte dagegen.
Im nächsten Schritt wurde abgestimmt, dass die Mitglieder des TSV 1862 Großfahner mit den Mitgliedern der Abteilung Fußball des SV Blau-Weiß Dachwig/Döllstädt einen neuen Sportverein gründen. Diesen Beschluss trugen 28 Mitglieder durch ihre Zustimmung. Neun Mitglieder enthielten sich der Stimme.
Der Entscheidung der Vereinsmehrheit folgten nicht alle Mitglieder. Einige Spieler, darunter talentierte Nachwuchsspieler, suchten für sich, einen sportlichen Neuanfang. Davon profitierten vor allen Witterda (Oliver Frank, Henry Brotmeier, Kai Wissendorf, Thomas Neuwirth) und Walschleben (Andre Frank, Michele Ehrich, Robert Hess).

Am 27. Mai 2003 wurde im Gasthaus „Zum Hamster“ der SV Blau Weiß Fahner Höhe 03 e.V. gegründet. Zum Präsidenten des neuen Vereins wurde Alfred Just gewählt, er hatte große Hoffnungen in die Zukunft eines gemeinsamen Vereins. Zum Vizepräsident wurde Thomas Seifert, zum Kassenwart Annette Sachse zu Abteilungsleitern Hans-Peter Laufer im Männerbereich und Mario Hiese im Nachwuchsbereich gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder wurden Dietwald Deiseroth, Achim Haidisch Bruno Just und Karl-Heinz Neuwirth gewählt.

Der neue Verein SV Blau Weiß Fahner Höhe 03 nahm mit der I. Mannschaft am Spielbetrieb der Landesklasse mit Trainer Jürgen Hildebrandt und Mannschaftsleiter Achim Haidisch teil. Als Spielort für die Heimspiele wurde Dachwig bestimmt.
Alle weiteren Mannschaften spielten auf der Kreisebene. Die II. Männermannschaft unter Trainer Uwe Starkloph und Mannschaftsleiter Olaf Habermann in der Kreisliga, in Großfahner. Die III. Männermannschaft spielte in der 1. Kreisklasse mit Trainer Olaf Kühn und Mannschaftsleiter Andreas Bley in Döllstädt.
Der Verein wuchs leider nicht so zusammen wie vom Vorstand erhofft. Die unterschiedlichen lokalen Interessen waren nur schwer zu überbrücken und verstärkten sich mit den sportlichen Erfolgen der II. Mannschaft. Die Starkloph Truppe wurde kurz vor dem Titelgewinn im Kreis Gotha, durch den eigenen Verein ausgebremst.

Um für den Fahnerschen Fußball einen auf eigene Füße gestellten Neuanfang zu erreichen, gründete eine neue Generation von Fußballbegeisterten am 15. Dezember 2006 im Gasthaus „Zum Hamster“ den TSV-Großfahner. Der gewählte Vorstand besteht aus dem Präsident Thomas Franke, dem Vizepräsidenten Sven Kopka und für die Vereinskasse trägt der Kassenwart, Thomas Lipprandt die Verantwortung. Vereinsziele sind der Aufbau einer guten Nachwuchsarbeit, die Erhaltung der Sportanlagen, der Gewinn von Sponsoren, eine gute Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und der Gemeinde Großfahner.

2007/2008 begann der TSV mit der I. Männermannschaft in der 3. Kreisklasse.